MANGALITZA RASSEKUNDE
Umfangreiche Informationen zur Mangalitza Rassekunde sind in den Beiträgen dieser Rubrik zusammengetragen. Die Quellen dazu finden Sie in der abschließenden Literatursammlung.
RASSEKUNDE
Die Rassen
der Mangalitza Schweine
Das Blonde Mangalitza, Rote Mangalitza und Schwalbenbäuchige Mangalitza sind die drei anerkannten Rassen der Mangalitza Schweine. Sie gehören zu den letzten bis in die Gegenwart erhaltenen europäischen Landschweinen und autochthonen Nutztierrassen Mitteleuropas.
Das Blonde Mangalitza
Das Blonde Mangalitza stellt die weit verbreiteste Art der Mangalitza Schweine dar. Das Blonde Mangalitza entstammt urungarischen Fettschweinen, die mit serbischen Sumadia Schweinen veredelt wurden.

Blonder Mangalitza Eber, Blonde Mangalitza Sau
(©IGWÖ2010)
Das Fell des Blondes Mangalitzas reicht von grau bis gelb und gelblich rot in allen Variationen; das gelbliche Rot hängt von der Haltung und der Bodenbeschaffenheit ab. Es ist dicht und lang, gekräuselt im Winter, weicher, kürzer und gerader im Sommer. Die Kräuselung ist ein Zuchtmerkmal, jedoch die Kreisung, die Stärke der Kräuselung des Felles und die geraden groben Borsten am Rücken oder an den Flanken sind nicht erwünscht. Das übermäßige feine wollige Fell ist ebenso nicht erwünscht. Der saisonale Fellwechsel des Mangalitzas ist sehr typisch und beachtenswert bis zum dicken, gekräuselten Winterhaar.
Das Rote Mangalitza
Das Rote Mangalitza stammt aus einer Kreuzung des alten Ungarischen Szalontai Schweines mit Blonden Mangalitzas ab. Die traditionelle Erhaltung der Zucht befindet sich in den Ostregionen der Grossen Ebene, Nähe Transylvanien.

Roter Mangalitza Eber, Rote Mangalitza Sau
(©IGWÖ2010)
Das Haarkleid des Roten Mangalitza ist dünkler, mit leicht rötlich brauner Schattierung. Die Körpergröße und Gewicht übertrifft die anderen Mangalitza Züchtungen. Konsequent hat es eine höhere Wachstumsrate und Fruchtbarkeit. Die Haut des Roten Mangalitza ist grauschwarz pigmentiert, Körperöffnungen, Rüsselscheibe, Zitzen und Klauen sind ebenso schwarz. Die pigmentierte, dunkle Haut ist besser sichtbar durch das dünne Fell, darum scheint die Farbe der Tiere dunkler, bräunlich grau im Sommer.
Das Schwalbenbäuchige Mangalitza
Das Schwalbenbäuchige Mangalitza wurde in Südungarn aus der Kreuzung des Blonden Mangalitza mit dem kroatischen Syrmien Schwein entwickelt.

Schwalbenbäuchige Mangalitza Sauen, Schwalbenbäuchiger Eber
(©IGWÖ2010)
Die Zeichnung des Schwalbenbäuchigen Mangalitzas weist am Rücken und an den Flanken ein schwarzes Haarkleid auf. Der Mundwinkel, die untere Halsgegend und die untere Hälfte des Rumpfes sind gelblich weiß bis silbergrau. Die Haut ist weich, dünn und stets grauschwarz pigmentiert, die Körperöffnungen, der Mund, die Rüsselscheibe sind schwarz und die Zitzen und Klauen haben ebenso schwarze Farbe. Sie sind kleiner als die Blonden und Roten Mangalitzas, jedoch noch weniger anfällig als die beiden anderen Rassen des Mangalitza Schweins.
Frühe Mangalitza Rassen und Kreuzungstiere
Das Wildfarbene oder Braune Mangalitza (Baris) gilt als eine der ursprünglichen Rassen des Mangalitzas. In der Literatur wird gelegentlich auch von Schwarzen oder Weißen Mangalitza Schweinen berichtet. Auch könnten fehlerhafte Übersetzungen zu missverständlichen Rassebezeichnung geführt haben. Neben den anerkannten Rassen existieren auch "Ordas" genannte Kreuzungstiere Blonder und Schwalbenbäuchiger Mangalitza Schweine.
RASSEKUNDE
Rotes, Schwalbenbäuchiges und Blondes Mangalitza Sau (©IGWÖ2010)
Mangalitza
Rassestandard
Das Mangalitza ist ein Fettschwein-Typ mit mittlerer Körpergröße. Das Skelett ist fein aber sehr robust. Die Widerristhöhe beträgt beim erwachsenen Schwein durchschnittlich 70 bis 90 cm, die Länge, vom Rüssel bis zur Schwanzwurzel gemessen, 120 bis 140 cm. Das Gewicht des Mangalitza Schweins beträgt im mageren Zustand im Alter von einem Jahr 70-80 kg; im Alter von 2 Jahren 80-100 kg; gemästet ist es im fortgeschrittenen Alter 200-300 kg schwer.
Der Kopf des Mangalitza Schweins ist verhältnismäßig kurz bis mittellang und breit, auf dem Nasenrücken ein wenig eingedrückt, die Nase ist zylindrisch, beim Rüssel etwas emporstehend; das Gesicht und die Backen sind fleischig und nur wenig behaart; der Unterkiefer ist breit und fleischig; die Ohren sind mittelgroß bis groß mehr rundlich und herabhängend; Das Genick und der Hals sind meistens kurz, fleischig und mit einem großen Goder versehen; der Widerrist erhebt sich nicht über den Rücken und ist breit; der Rücken ist kaum gebogen, ziemlich lang und breit; die Kruppe rund und nach jeder Richtung schön umfangreich.
Der saisonale Fellwechsel des Mangalitzas ist sehr typisch und beachtenswert bis zum dicken, gekräuselten Winterhaar. Professionell gehaltene und gefütterte Tiere werfen das dicke Fell im Frühling ab, ihr Sommerfell ist kurz, durchsetzt auf glattem Untergrund. Die pigmentierte, dunkle Haut ist besser sichtbar durch das dünne Fell, darum scheint die Farbe der Tiere dunkler, bräunlich grau im Sommer. Bei schlechter Fütterung oder Missgeschicken, dauert der Fellwechsel länger, diese Tiere mit dickem, gekräuseltem Haarkleid kann man auch im Sommer in der Herde vorfinden.
Die Haut des Mangalitzas ist gräulich-schwarz pigmentiert, die Körperöffnungen, der Mund, die Rüsselscheibe und die Zitzen, die Klauen sind ebenso schwarz gefärbt. Der "Wellmann Fleck", ein heller Fleck (3-5 cm Durchmesser) mit stufenweisem Übergang an der pigmentierten Haut, ein Mangalitza Zuchtmerkmal, ist am Ohransatz zu erkennen.Die Ohren sind mittelgroß und nach vorne hängend. Die Augen sind braun mit schwarzen Augenbrauen und Wimpern. Der Schwanzansatz ist typisch dick mit weißer Schwanzquaste. Das Schwanzinnere ist immer schwarz.
Die Mindestanzahl der Zitzen beträgt fünf an beiden Seiten. Die Rückenlinie ist gerade, oder schwach gekrümmt die Leistengegend (Schinken) ist kurz oder halblang.
Unerwünschte Fehler der Zucht
- helle oder rosa Haut am Bauch
- wenige pigmentierte Körperöffnungen
- schwarze Borsten oder Haarspitzen
- an den Ohren braune oder schwarze Haare zerstreut
- zu feine oder zu grobe Haare
- zu kleine aufrechte oder zu große hängende Ohren
Nicht erwünschte Zuchtmerkmale
- deutlich weiße Flecken der Haut
- helle oder dunkle Flecken am Haar
- gelbe oder gelbgestreifte Klauen
- rosa Zitzen
- gänzlich rote oder weiße Schwanzquaste
- hellbraune Augen
Mangalitza Eigenschaften
Mangalitza ist ein anspruchsloses Speckschwein. Die Sauen weisen bei relativ kleinen Würfen sehr gute Muttereigenschaften auf. Das Mangalitza entwickelt sich - im Vergleich zu den sich rasant entwickelnden Industrierassen langsam. Die Mastfähigkeit liegt bei durchschnittlich 750 g täglicher Zunahme. Dessen ungeachtet sind aber über ein Jahr alte Eber, und Sauen im Alter von eineinhalb Jahren schon zur Zucht zu verwenden. Die langsame Entwicklung kann man beim Mangalitza Schwein nicht als Nachteil betrachten, weil damit eine zähere, gestähltere Natur verbunden ist. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass das Mangalitza Schwein auch unter ungünstigen Umständen ziemlich gut gedeiht; sein großer Bewegungsdrang führt es auf Stoppelfelder, in weitgelegene Wälder und auf Weiden, wo es, sofern es etwas zu fressen hat, auch im Freien überwintern kann, ohne dass dies für das Tier mit schlechten Folgen verbunden ist.
RASSEKUNDE
Mangalitza Herde eines ungarischen Landguts, 1927
Die Geschichte
der Mangalitza Schweine
Der Name „Mangalica“ bedeutet „walzenförmig“, er könnte vom serbo-croatischem „mangala svinija – Schwein, das sich gut ernährt“, „Mangulica“ oder „Mangulac – leicht fett werdend“ oder vom rumänischen „mancare – essen“ abgeleitet sein.
Zahlreiche Namen werden für das Mangalitza, seine Rassen und Kreuzungstiere verwendent: Wollschwein, Wollhaariges Schwein, Kraushaariges Schwein, Baris und Ordas (Kreuzungstiere) oder Bogauner (Bakonyer Vorfahre der Mangalitza). In den verschiedenen Ländern werden unterschiedliche Schreibweisen für Mangaltiza gebraucht: Mangalica (Ung.), Mangulica (Serb.), Mangalita (Rum.), Mangalitsa (AmE), Mangulac, Mangaliza, Mangalicza. Die Rassen der Mangalitza Schweine werden im ungarischen Szöke (ung. Blondes Mangalitza), Fecskehasu (ung. Schwalbenbäuchiges Mangalitza) und Vörös (ung. Rotes Mangalitza) genannt.
Zoologische Einteilung
Das asiatische und europäische Wildschwein, Sus scrofa vitattus und Sus scrofa scrofa , sind die Urväter aller domestizierten Hausschweine. Die Rassen des Mangaliza Schweines fallen in die Gruppe der mitteleuropäischen (slaw.- und keltisch – iberischen) klein- und großohrigen Zuchten.

Abstammung und Rassebildung der Mangalitza Schweinerasse
Quelle: Institut für Tierzucht Gießen 1958. In: Hammond et al. (1961: 44)
Die Schweine des Balkans vor 1850
Der Ursprung der frühen Schweinerassen des Balkans liegt in kaum domestizierten, dem Wildschwein ähnlichen Tieren des Fleischschweintyps, wie den „Walachischen Stacheln” sowie in den, sich langsam entwickelnden Schweinen des Bergschlags. Diese besiedelten im 18. Jahrhundert die Berglandschaften des Karpatischen Beckens und die Ausläufer der Alpen.

Frühe Rassen des ungarischen Fleischschweintyps
Das Bergschwein in Ungarn | Ungarischer Fleischschweintyp (um 1800)
Herdentrieb und Abferkeln erfolgte ganzjährig extensiv. Der Schweinehirt (ung. Kanász) nährte die Herde in gepachteten Eichenwäldern (Eichelmast), auf abgeernteten Feldern, sumpfigen Gelände und Ödland. Zweijährige Tiere wurden der Schlachtung zugeführt.

Ungarischer Schweinehirt, XIX Jhd.
kanász, kondás (Schweinehirt), csürhés (Sauhirt)
Die Herkunft der Rassen aus denen das Mangalitza erzüchtet wurde ist umstritten. Allgemein aber wird davon ausgegangen, dass der Ursprung in den Kronländern der alten Donau Monarchie, jedoch nicht in den Hauptländern Österreich-Ungarns selbst lag.
Zu den frühen Schweinrassen zählen das Alföldi Schwein der Alföld-Tiefebene, das Szalonta Schwein oder das transdanubische Bakony Schwein (die Namensgeber des engl. Wortes „bacon“). Das Šiška Schwein ist ebenso ein früher Vorfahre der Mangalitza Schweine.
Die Entwicklung des Fettschweintyps
Die voranschreitende Landwirtschaft (Forstwirtschaftliche Umstellungen, Fluß und Flächenregulierungen aber vor allem die steigende Maisproduktion) führte zu einer intensiveren Schweinehaltung. Aus den vorhandenen Schweinerassen wurde in zahlreichen Zuchten der Komitate Ungarns mittels Ein- und Verkreuzung vor allem serbischer Sumadia - oder kroatischer Syrmien Schweine die Rassen des heute als Mangalitza - oder Wollschwein bekannten Fettschweintyps entwickelt.

1. Berkshire Schweineschädel (kan). 2. Schädel. eines Yorkshire Eber.
3. Wildschweinschädel (kan). 4. Bakonyi Schweineschädel. (Rhode után).

Ungarische Bakonyer Schweine. 2,5 Jahre alt, gemästet, blond.

Szalonta Sau | Szalonta Eber (1894-1896)

Fig. 1. Szalonta Eber, Fig. 2. Mangalitza Eber
(Photo Ferenc Csecsetka).

"Milos-Schweine" aus Serbien

"Ungarische Mangalicza Schweine.
2 Jahre alt, nicht ganz gemästet, blond; Gewicht 370 Kilo pro Paar.
Die Stammzucht in Kisjeno gilt als Vorreiter dieser Entwicklung. Ein Dokument aus dem Jahr 1833 belegt die Überbringung von zwölf Schumadinka (Sumadija, Sumadia) Fettschweinen (2/10) aus der Zucht bei Topscider, Belgrad des serbischen Fürsten Miloš Obrenovic an den Palatin von Ungarn, Joseph Anton Johann von Österreich in dessen Dömäne nach Kisjeno. Diese „Milos-Schweine“ wurden mit den Szalontaer- und Bakonyer-Schweinen verpaart. Ihre Nachkommen bildeten die Basis für die spätere Fettschweinzucht. Das „Kisjeno-Blut“ verbreitete sich über die zahlreichen Zuchtherden Ungarns.
Mangalitza Zuchtstämme
Beispiele der zahlreichen, ungarischen Mangalitza Schweinezuchten
um 1925.

Mangalica-Zucht der kön. ung. Krondomäne Gödöllö.

Zucht der Gutbesitzer Andreas und Nikolaus Kun in Nagytanya.

Zucht des Gutbesitzers Barnabas von Mártonffy in Körösszakál.

Schwalbenbäuchige schwarze Mangalica-Zucht der Domäne
des Grafen Ladislaus Károlyi in Felgyö
Die Aufzeichnungen der Pusztaujkút-er Kreuzungszucht berichten bereits um 1920 von der Einkreuzung von Berkshire Eber zur Verbesserung von Rasseeigenschaften.
Die organisierte Fettschweinzucht bis 1950
Ungarns staatliche Schweinezuchtanstalt (Mezohegyesi Allam Ménesbirtokon) wurde 1865 gegründet. Eine der ersten industriellen Schweinemästereien Ungarns war die 1869 errichtete Anlage der „Ersten ungarische Borstenviehmaststall- und Borschuß-Gesellschaft“ in Steinbruch (Budapest, X. Bezirk, Kobánya). Auf 24.000 Klaftern wurden unter ständiger veterinärpolizeilicher Kontrolle in 128 Ständen Bakonyer-, Mangalicza- und Szalontaer Schweine gemästet.
Beispiele der zahlreichen, ungarischen Mangalitza Schweinezuchten
um 1925.

Kõbánya Schweinemastanlage

Verkehr der Kõbánya Schweinemastanlage im Jahre 1869, 70 und 71
Als führende Fettschweinrasse nährten die Produkte des Mangalitzas überwiegend die Bevölkerung der Österreichisch- Ungarischen Monarchie. Grund der Beliebtheit war das Fett. Nach einer langen Läuferzeit wurden die Schweine bis auf 250 bis 300kg gemästet, wobei 20 bis 25cm Rückenspeckdicke keine Seltenheit war.
Vor Einführung der Donaudampfschifffahrt und Errichtung von Bahntransporten erfolgte der Schweineauftrieb aus den Zuchten in die Wiener Schlachthöfe mittels wochenlangen Fußtransportes. 1871 wurden noch 38.330 Fettschweine aus Gyor und Sopron für den Wiener Markt aufgetrieben.
In den 1890-er Jahren wurde in Budpest eine Schweinemarktanlage und das Schweineschlachthaus errichtet. Ungarische Viehzählungen ergaben 1895 eine Population von 6.447.143 Schweinen (MATLEKOVITS 1900; TORMAY 1896). Davon gehörten 94% dem Fettschweintyp an. Damit war Ungarn mit 407 Schweinen auf 1000 Einwohner das Land mit den meisten Schweinen in Europa. 1894 wurden 73% nach Mittel- und Westeuropa exportiert.
Diese erste Blütezeit der ungarischen Fettschweinzucht beendete die 1895 aus Amerika eingeschleppte Schweineseuche, Exportbeschränkungen sowie konkurierende, ausländische Fleischschweinrassen. Der Bestand erholte sich erst um 1911, wurde jedoch in den Kriegsjahren erneut dezimiert.

Abrechnung für 36 Mangalitza Schweine
Schlachthof St. Marx, Wien, 1913

Schlachtbericht mit Preisliste von Kökényessy und Löwinger
Schlachthof St. Marx, Wien, 1914
Neben den Landgütern und älteren industriellen Mästereien wurde in der Zwischenkriegszeit in Nagytétény, Békéscsaba, Cegléd, Kecskemét, Barcs, Györ, Pápa und Elek gewerbsmäßige Fettschweinemast betrieben.

Schweinemastanstalt Kõbány
Verwaltungsgebäude der Schweinemastanlage Budapest/Kõbányaa
Masthof der Genossenschaft der Ungarischen Landwirte in Kõbány
(Einstellgewicht der abgebildeten Herde v. 600 Stk. 123kg pro Paar,
nach Mast 586 Stk. von 348kg das Paar)

Ungarische Schweinemast u. Fleischindustrie AG Nagytétény
Haupteingang und Direktionsgebäude der Schweinemastanstalt
Wasserturm, Salamifabrik, Silo und Station der Industriebahn

In der Anlage d. Békéscsaba Schweinemast AG
Direktionsmitglieder u. Siegertiere der
Budapester Mastschweinaustellung 1924
Gemästete Schweine der Domäne Doboz
des Grafen Dionys Wenckheim

Anlage der Barcs-er Schweinemast AG in Barcs
Verladungsrampe, Draubrücke und Masthöfe
(Drausandstreu verlieh den Schweinen eine glänzend gelbe Haarfarbe)

Transdanubische Schweinemast u. Fleischindustrie AG Györ
Masthöfe und Gruppe von, aus einem Grossgut stammenden
Mangalica Mastschweinen
1927 wurde der bis heute agierende Ungarische Landesverband der Fettschweinzüchter (Mangalicatenyésztok Országos Egyesülete, MOE) gegründet und das Mangalitza Schwein als eigenständige Rasse offiziell anerkannt. Das Mangalitza erlebte nach dem zweiten Weltkrieg einen erneuten Aufschwung. Die Zahl der registrierten Zuchtschweine stieg bis 1943 auf 30.000 Stück an.
Die extensive Schweinehaltung Ungarns erhielt sich abseits der großen Mästereien bis in die 50ér Jahre des 20. Jahrhunderts und wird heute in Naturparks oder von alternativen Schweinezüchtern fortgesetzt.

Herdentrieb in Hollóko, Ungarn

Blonde, Rote und Schwalbenbäuchige Mangalitza Schweine
im Naturpark Hortobágy.
Das Mangalitza ab 1950
Ab den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts änderte sich der Bedarf an Schweinefleischprodukten radikal und Schweinerassen mit magerer Fleischqualität verdrängten das Mangalitza Schwein. Während sich Ende der Siebziger Jahre die industrielle Schweinehaltung mit importierten Fleischschweinrassen und standardisierten Hygienevorschriften in Hallen etablierte, wurde das Mangalitza Schwein nur mehr in Tierparks oder vereinzelt von Kleinzüchtern für den Eigenbedarf gehalten.
1973 wurde das Mangalitza in Ungarn unter Schutz gesetzt und eine subventionierte Genreservenzüchtung eingeführt. Bis 1980 konnte innerhalb 10 Betrieben ein Zuchtstamm der drei Rassevarianten Blond, Schwalbenbäuchig und Rot in mehreren Linien aufgebaut werden.
Erst ein Exportabkommen mit Spanien zur Herstellung von Serrano-Schinken (Jamón Serrano) bewirkte ab 1990 einen wirtschaftlichen Aufschwung des Mangalitzas.
Erhaltungsarbeit in Österreich ab 1980
Nach 1986 begann der Verein zur Erhaltung gefährdeter Haustierrassen in Österreich (VEGH) als anerkannte tierzuchtrechtliche Organisation das Mangalitza Schwein zu betreuen. 1994 registrierte Prof. Franz Punz 43 Mangalitza Züchter die neben ein paar Schweinen der Rasse des Blonden Mangalitza hauptsächlich Schwalbenbäuchige Mangalitza Schweine hielten. Zur Blutauffrischung führte Prof. Punz von 1989 bis 1990 weitere acht Linien Schwalbenbäuchiger Mangalitza Schweine aus den pannonischen Raum ein. Ab 1994 organisierte Gerald Dunst im VEGH die Zucht und Herdbuchführung für Mangalitza Schweine.
Im Rahmen des Österreichischen Programmes für umweltgerechte Landwirtschaft im Jahre 2000 (Öpul 2000) wurde die Interessensgemeinschaft der Wollschweinzüchter Österreichs (IGWÖ) gegründet. 2002 übernahm Christoph Wiesner die Leitung der IGWÖ. Im Februar 2005 wurden drei weitere Eberlinien Schwalbenbäuchiger sowie drei Linien Blonder und erstmals drei Linien Roter Mangalitza Schweine aus Ungarn importiert. Heute gibt es in Österreich ca. 80 registrierte Mangalitza Züchter (250 reinrassige Muttertiere und rund 80 Eber), mit einer Bestandsgröße um je zwei bis zehn Zuchttiere. In einigen Arche-Höfen oder in Tierparks zb. im Nationalpark Neusiedler See sind in Österreich Mangalitza Schweine zu sehen.
RASSEKUNDE
Literatur zur
Mangalitza Rassekunde
AKTUELLES
Schweineglück
„Die Bibel der Schweine” (2008)
Peter Steffen, Karl Schardax und Gernot Kürzl
Ein aktuelles Kompendium für artgerechte Schweinehaltung. Das Buch dient als Leitfaden für kritische, ernährungsbewusste Menschen, die beim Fleischkauf und Fleischkonsum auf die Qualität achten, sprich darauf, wie die Tiere gehalten und gefüttert wurden. Die Geschichte des Mangalitzas, Mangalitza Produkte und ein Artikel zur IGWÖ sind mit dabei.
Mangalitza – Eine typische Schweinerasse
aus Ungarn (2003)
Umfassende Übersicht über die Rassen des Mangalitza Schweins mit zahlreichen Bestands- und Leistungstabellen.
Lesen Sie hier den Artikel (at03p245.pdf)

Aus dem Artikel: Bestand an Mangalitza in Europa
Zuchtprogramm für Mangalitza Schweine
in Ungarn (2003)
Ein Auszug aus den Bestimmungen des Nationalen Zertifikationsinstituts für Landwirtschaft in Ungarn.
Lesen Sie hier den Artikel (ZP_Ung_2003. pdf)
Ungarische Nationalvereinigung
der Mangalitza Züchter (2004)
Einführung in die Zuchtarbeit der Ungarischen Nationalvereinigung der Mangalitzazüchter (Debrecen) sowie des Nationalen Qualifierzierungsinstitut für Landwirtschaft (Budapest).
Lesen Sie hier den Artikel (UNM_2004.pdf)

Zuchtfarmen der Mitglieder der
Ungarischen Nationalvereinigung der Mangalitzazüchter (2003)
Potentielle Rückzüchtung eines
mittelalterlichen Weideschweines (ca. 1980)
Prof. Dr. Werner Plarre, Freie Universität Berlin
Programm für die Rückzüchtung von Weideschweinen: Stammbaum der Rückzüchtung eines mittelalterlichen Weideschweines, Wollschwein, Bastardsau (Wildschwein x veredeltes Landschwein = deutsche Landrasse), Rotbuntes Schwein, Beurteilung der bisher erzielten Ergebnisse
8 Seiten, kann gegen Kopierkostenersatz angefordert werden
Jugoslawische Schweinerassen (1951)
Beschreibung mit zahlreichen Bildern folgender Rassen: Turopolsa Swinja, Bogun, Schumadin und Schumadisko Swinja, Mangoliza, Sloranska sowie Marasko und Marawka
46 Seiten, Text in zyrilischen Schriftzeichen, kann gegen Kopierkostenersatz angefordert werden
HISTORISCHES
Ungarns Viehzucht
Band III: Schweinezucht (um 1900)
Béla Dorner de Enese, Kön.Ung. Landwirtschaftsoberdirektor
Geschichtliche Daten aus der ungarischen Schweinezucht und Mast, Ungarns Schweinebestand, Ungarns Schweinerassen, Das Mangalitza Schwein, Die Fleischschweinerassen, Futterverhältnisse und Fütterungsverfahren, Schweinemastmethoden, der Konsum von Schweinefleisch und Schweinefett in Ungarn, Veranstaltungen zur Hebung der Schweinezucht
20 Seiten, kann gegen Kopierkostenersatz angefordert werden
Studie über die Abstammung
des Siskaschweines (1911)
Dr. Sava Ulmansky, Assistent an der k.k. Hochschule für Bodenkultur in Wien
Zeitschrift für das landwirtschaftliche Versuchswesen: Verbreitungsgebiete Siskaschwein, Syrmier Mangalitzaschwein, Turopoljerschwein, Wirtschatfliche Verhältnisse, Stellung im zoologischen System, Äußere Gestalt, Farbe, Haut und Haare, Schädelbau (Mit zahlreichen Vergleichstabellen und Fotos)
70 Seiten, kann gegen Kopierkostenersatz angefordert werden
Die Landwirtschaft im Königreich
Kroatien und Slawonien (1908)
Milan Mayer
Schweinehaltung in Kroatien und Slawonien: Zagorianerschwein, Bagunschwein, Mangalica sowie fremde Rassen
2 Seiten, kann gegen Kopierkostenersatz angefordert werden
Zur Kenntniss der in Kroatien,
Slawonien heimischen Schweinerassen
Wiener Landwirtschaftliche Zeitung : Das Siskaschein, das Syrmier Mangalitzaschwein, das Turopljier Schwein sowie Kreuzungen
8 Seiten, kann gegen Kopierkostenersatz angefordert werden
Studien über das Schwein
(Wien 1872)
Eugen v. Rodizky
Licht- und Schattenseiten des Schweines, Abstammung des Schweines, Schweine im historischen Altertum, Schweinezucht seit Karl dem Großen bis in die Neuzeit, Skizzen über Schweinezucht und Handel in unseren Tagen, Die Bedeutung des Schweines als Nahrungsmittel (Detailreicher Text u. a. mit Informationen über die Gerinnungs und Erstarrungstemperatur des Schmalzes bei unterschiedlichen Mastbedingungen)
ca. 160 Seiten, kann gegen Kopierkostenersatz angefordert werden
